Das Geheimnis wurde gelüftet - Innovative Unternehmen wurden mit dem ICU Wirtschaftspreis ausgezeichnet

Dienstag, 28. November 2017

Die Verleihung des vierten ICU-Wirtschaftspreises wäre beinahe ein ungarischer Abend geworden. Die Idee zu seiner Helix-Windturbine kam Dr. Ulrich Papenburg, Preisträger in der Kategorie „Zukunftsweisendes und nachhaltiges Wirtschaften“ im Ferienhaus in der ungarischen Puszta und der Gewinner in der Kategorie „Mitarbeiterförderung“, die VSB GmbH Pfennigparade, nutzt die konduktive Förderung – entwickelt in Ungarn. Nur beim dritten Preisträger, der Crew Republic Brewery, fand man (noch) keine ungarischen Wurzeln.
„Ich glaube, wir haben alles richtig gemacht in unserer Stadt. Hier fühlt man sich einfach dahoam“, beendete Moderator Matthias Kock einen durchweg gelungenen Abend. Davor hatten die rund 130 geladenen Gäste, darunter der Vorstand der ICU, die stellvertretende Landrätin Annette Gansmüller-Maluche, die Fraktionsvorsitzenden der Unterschleißheimer Parteien und natürlich die Sponsoren  des ICU-Wirtschaftspreises - Schreiner Innovation, Kratzer Automation, Baader Bank und  Flughafen München - im Raum Ammersee des Infinity- Hotels den beeindruckenden Imagefilm der Stadt Unterschleißheim gesehen, wunderbare Musik der Streicher-BigBand „Bluestrings“ aus Fürstenfeldbruck gehört, einiges über die ICU, Unterschleißheim als Wirtschaftsstandort und die diesjährigen Preisträger erfahren.
Unterschleißheim wächst und erneuert sich. Genau wie der ICU e.V. – die Innovative Community Unterschleißheim. Im Jahr 2000 gründeten zwölf Unterschleißheimer Unternehmen in Kooperation mit der Stadt Unterschleißheim den Verein mit dem Ziel, etwas für die Zukunft tun zu wollen. Seitdem ist die ICU auf knapp 140 Mitglieder angewachsen. Lokal fest verwurzelt, aber mit globalem Denken, über den eigenen Tellerrand hinaus - das ist das Erfolgsgeheimnis des ICU e.V.  Gemeinsam wollen die Mitglieder Unterschleißheim zu einem herausragenden Zentrum innovativer Technologien entwickeln und den Wirtschaftsstandort Unterschleißheim ausbauen. Bestes aktuelles Beispiel ist hier der Business Campus, der gerade auf dem ehemaligen EADS-Gelände entsteht. Die ersten 500 Mitarbeiter der BMW-Sparte Autonomes Fahren bezogen im September ihre neuen Büros, weitere sollen und werden folgen. Ein Ärztehaus wird entstehen, auch in Sachen Kinderbetreuung und Wohnraum wird noch einiges unternommen werden, in der Hoffnung, dass sich weitere Firmen in Unterschleißheim ansiedeln. „Wir sind ein Standort mit hervorragenden Unternehmen“, betonte Erster Bürgermeister und ICU-Vorsitzender Christoph Böck. Und um diesen Unternehmen weiter Ansporn und Motivation zu geben, sei der Wirtschaftspreis gedacht. Dass der in Unterschleißheim eine hohe Wertigkeit besitzt, zeigt die Bewerberliste: Elf Unternehmen (Mehrfachbewerbungen waren möglich) bewarben sich um die drei Preise „Zukunftsfähiges, nachhaltiges Wirtschaften“, „Mitarbeiterförderung“ und „Innovative Geschäftsmodelle von Unternehmern und Gründern“. Die Jury machte es sich auch beim vierten Mal nicht leicht. „Doch gemeinsam haben wir eine sehr gute Lösung gefunden“, fand Christoph Böck.
Den Preis für „Zukunftsfähiges, nachhaltiges Wirtschaften“ überreichte Laudator Dr. Heiko Sprenger von der BMW AG Dr. Ulrich Papenburg vom Ingenieurbüro Techcarbon. „Zukunftsweisendes, nachhaltiges Wirtschaften bedeutet, sein Kerngeschäft grundsätzlich sowohl sozial und ökologisch verantwortlich, als auch wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben. (…) Sie nutzen natürliche Ressourcen sehr effizient“, erklärte Sprenger in seiner Laudatio. Mit seiner Helix-Windturbine nutzt Papenburg den Wind optimal zur Stromerzeugung. Dank ihrer vergleichsweisen geringen Größe und Gewicht kann sie auch von Privatleuten problemlos auf das Dach ihres Eigenheims montiert werden. Die Idee kam Papenburg in jenem anfangs erwähntem Ungarnurlaub. Im Ferienhaus seiner Schwiegereltern war der Strom ausgefallen. So entwickelte er, basierend auf einem fast 100 Jahre alten Prinzip, die erste Turbine. 2017 ist er nun würdiger Gewinner des ICU-Wirtschaftspreises, der zusätzlich mit 500 Euro dotiert ist.
Ungarische Wurzeln habe auch das Konzept des zweiten Preisträgers des Abends, der VSB GmbH Pfennigparade, erklärte Susanne Schmidt, die Trophäe und Scheck von Laudator Jochen Flinner von der Flughafen GmbH sehr gerne entgegennahm. Der Gewinner der Kategorie „Mitarbeiterförderung“ nutzt die konduktive Förderung, deren Ursprung ebenfalls in Ungarn liegt, um den zumeist körperlich behinderten Mitarbeitern einen bewegungsfördernden Arbeitsablauf zu ermöglichen. Das Ziel ist es hierbei, zu arbeiten und dabei fit zu bleiben. Ein weiterer Punkt, der für die VSB GmbH Pfennigparade spricht, sind die internen Qualifizierungsmöglichkeiten. Die Beschäftigten sind aufgrund ihrer Behinderung häufig nicht in der Lage, eine Ausbildung zu beenden. Hier hat die VSB mit den Kammern ein einzigartiges Modell entwickelt: Die so genannten Qualifizierungsbausteine. Die Bausteine sind Module aus regulären Ausbildungen und ermöglichen somit eine Qualifikation auf Ausbildungsniveau. 
Der dritte Preis des Abends ging an Timm Schnigula und Mario Hanel von der Crew Republic Brewery. Laudatorin Sybille Pessall von Kratzer Automation würdigte die Preisträger als zwei, die das „Geschäftsmodell des Bierverkaufs verändert“ hätten. Von einer kleinen Heimbrauanlage und sicheren Jobs in die ungewisse Selbstständigkeit, um Craft Beer zu brauen, nachdem sie bei einer Amerikareise wortwörtlich auf dessen Geschmack gekommen sind  – diesen Traum verwirklichten die beiden Jungunternehmer 2015 in Unterschleißheim. Von der Entwicklung, der Produktion bis hin zur Vermarktung erledigen Schnigula und Hanel alles in ihrer Brauerei. „Mit den kreativen und unkonventionellen Bezeichnungen ihrer Biersorten und den Pop-Art Labeln treffen sie den Ton der Zeit. Sie versprühen Innovation auf einem der traditionellsten Produkte Deutschlands, dem Bier“, beschrieb Pessall und machte sie zu den rechtmäßigen Preisträgern „Innovatives Start-Up Unternehmen“ 2017.
Mit seinem großen Dank an die Gäste für ihre unternehmerischen Leistungen läutete Christoph Böck den geselligen Teil des Abends ein.

Gewinner "Crew Republic"
Gewinner "VSB Pfennigparade"
Gewinner "Ingenieurbüro TECHCARBON"